
Karstadt am Münchner Hauptbahnhof
Bürgerbeteiligung für ein Großbauprojekt
Das Kartstadtgebäude in der Münchner Schützenstraße hat eine lange Historie. Der klobige, kalte Anbau aus den 70er Jahren des letzten Jarhunderts gehörte leider aber auch zu den Top-Ten der häßlichsten Bauten der Stadt. Ein neues Konzept erschien aber nicht nur deshalb notwendig, sondern hauptsächlich, weil Warenhäuser in Zeiten von Internetgroßhändlern als auch hochspezialisierten Nischenshops längst nicht mehr wirtschaftlich tragfähig sind.
Die exponierte Lage in der Münchner Innenstadt, vor allem aber die medialen Debatten rund um die Warenkette Kaufhof und das Baunternehmen Signa machten eine proaktive, sensible Kommunikation mit der Öffentlichkeit notwendig. Die Webseite diente als Hauptmedium für Informationen zum Projekt, für Ankündigungen zu Veranstaltungen oder Baumaßnahme und bot Interessierten zahlreiche interaktive Möglichkeiten zur Beteiligung.
Grundidee der Gestaltung
Das Design sollte bewusst weder an Signa noch an Karstadt/Kaufhof erinnern. Schlicht und unaufgeregt sollte einem späteren Corporate Design des Standortes nicht vorgreifen. Deshalb sind Schriften und Farben so gewählt, dass sie möglichst neutral wirken.
Die Webseite
Die Farbgestaltung spielte eine wichtige Rolle bei der Wiedererkennung in der Kommunikation, da bewusst auf ein Projektlogo verzichtet wurde.
Das Layout der Webseite war einfach und übersichtlich strukturiert und alle Punkte
der Unterseiten konnten leicht über das Menü oder auch Durchscrollen erreicht werden, um den Informationsfluss ohne unnötige Klicks zu gewährleisten.
Selbstverständlich wurde die Webseite responsive und barrierefrei entwickelt.
Das Content Management System basierte auf WordPress. Auf vorgefertigte Themes und Plugins wurde verzichtet, um maximale Sicherheit zu gewährleisten. Alle zusätzlich benötigten Komponenten wurden individuell programmiert.
Interaktive Beteiligungskarte
Auf einer Luftaufnahme hatten NutzerInnen die Möglichkeit, ihre Wünsche und Kritik an konkreten Stellen und Plätzen rund um das Projektareal zu platzieren. Andere Nutzerinnen und Nutzer konnten diese Beiträge wiederum hoch- oder heruntervoten.
Virtuelle 360°-Tour
Aufgrund der Corona-Pandemie war es nicht möglich, persönliche Begehungen vor Ort durchzuführen. Daher haben wir kurzerhand eine digitale Alternative geschaffen: an wichtigen Punkten des Projektareals wurden 360°-Aufnahmen erstellt, die es NutzerInnen ermöglichten, virtuell durch das Gelände zu spazieren – sogar mit einer VR-Brille. Diese virtuelle Erfahrung wurde durch Informationen zur Historie des Areals, zur Vision des Projekts, Interviews, alten Fotos sowie Informationen zu Kernthemen wie Mobilität, Denkmalschutz und Planungsfortschritt ergänzt.
Hier können Sie die virtuelle Tour online begehen:
entwicklung-schuetzenstrasse.de/virtuelle-360-tour
Für die Erstellung der 360°-Ansichten wurden zahlreiche Belichtungsreihen aufgenommen. Dies ermöglichte uns einerseits, detaillierte und ästhetische Bilder zu erhalten, und andererseits wurden dabei mögliche „Störungen“ wie Passanten oder Fahrzeuge in der Tour minimiert.
Die Tour wurde so programmiert, dass sie ohne Drittanbieter-
Software direkt auf der Webseite eingebunden werden konnte. Dadurch war sie über verschiedene Ausgabegeräte zugänglich und konnte später auch im Infoladen mithilfe einer VR-Brille präsentiert werden.
Diverse Drucksachen
Neben der Nutzung digitaler Medien kamen auch Printmedien wie Faltblätter und Postwurfsendungen zum Einsatz. Diese gedruckten Materialien wurden gezielt eingesetzt, um Informationen in der unmittelbaren Umgebung zu verbreiten und gezielt die direkt betroffene Zielgruppe anzusprechen.
Durch die Kombination von digitalen und gedruckten Medien konnte eine ganzheitliche und vielfältige Kommunikationsstrategie umgesetzt werden.
Grafische Elemente
Um eine visuell konsistente Gestaltung sicherzustellen, wurden alle grafischen Elemente passend gestaltet und erstellt. Dabei wurde auf die Wahrung des Corporate Designs und die Anpassung an den Gesamtstil geachtet. Durch diese konsistente Gestaltung konnten die Botschaften und Informationen visuell ansprechend präsentiert und die Wiedererkennbarkeit gestärkt werden.
Bewegte Bilder
Die Kernthemen Mobilität, Denkmalschutz und Nachhaltigkeit wurden in ausführlichen Experteninterviews erklärt. Die Gestaltung der Aufnahmen wurde an das Basisdesign angepasst, um eine konsistente, harmonische Darstellung zu gewährleisten.
Der Einsatz von Untertiteln diente nicht nur der Barrierefreiheit, sondern ermöglichte zudem die Ausstrahlung der Videos, wenn beispielsweise Ton unerwünscht war, wie es bei einer Ausstellung der Fall sein könnte.
Der Imagefilm zum Projekt setzt in großem Umfang auf beeindruckende Drohnenaufnahmen des Areals. Der Film erklärt die Historie, die Lage und die Visionen auf unterhaltsame Weise, vermittelt anschaulich wichtige Informationen zum Projekt und lädt die Zuschauerinnen und Zuschauer dazu ein, sich von den Zukunftsplänen begeistern zu lassen.
Alle Video-Projekte wurde von Stefan Blust umgesetzt und können auf der Projektwebseite angesehen werden.
Live-Streams
Aufgrund der Corona-Pandemie konnten Live-Veranstaltungen nicht wie geplant stattfinden. Um den Dialog aufrechtzuerhalten, wurden stattdessen Online-Streams angeboten, bei denen Bürgerinnen und Bürger informiert wurden, an Diskussionen teilzunehmen und über Chats Fragen an die Verantwortlichen oder Experten stellen zu können.
Bei diesen Veranstaltungen kamen mehrere Kameras zum Einsatz, die sowohl das Podium als auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Videokonferenzen aufzeichneten. Zusätzlich wurden Präsentationen, Videos und andere Medien eingebunden, um die Online-Veranstaltungen interessant, unterhaltsam und vielseitig zu gestalten. Auf diese Weise wurde ein interaktives und informatives Online-Erlebnis geschaffen, dass den direkten Austausch und die Beteiligung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ermöglichte.















